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Pressemitteilung zum Artikel "Unbequeme Umweltschützer", LN vom 9.09.2020

"... dass Photovolataik-Anlagen auf der neuen Musikschule oder der neuen Rettungswache eine gute Sache sind, dass man sich aber auch im Klaren darüber sein muss, dass die Projekte damit 20 bis 30 Prozent teurer werden".

Soweit das Zitat aus o. g. Artikel mit Bezug auf Ausführungen des FDP Bürgermeisterkandidaten Jens Holzrichter beim "Bürgermeister-Kandidaten-Check" im Kulturhaus. Nur: Auf dem Dach der neuen Musikschule ist eine PV-Anlage gar nicht vorgesehen!

Geplant und beauftragt ist vielmehr u. a. eine Heizkesselanlage als Brennwertanlage, die an das Gas-Versorgungsnetz des Grundversorgers (Enervie Vernetzt GmbH) angebunden ist.

Was heißt das? Lüdenscheid gehört seit 2007 dem "Klimabündnis" an, hat seit 2011 ein "Klimaschutzkonzept", lehnt 2019 mit Zustimmung aller Ratsfraktionen die Ausrufung des von der ÖDP beantragten "Klimanotstandes" ab, verabschiedet im Zuge der vorgenannten Ablehnung gleichzeitig ein "Aktionsprogramm Klimaschutz" mit 59 Einzelmaßnahmen, ist Mitglied im Projekt "Gobal Nachhaltige Kommune" (GNK) - und fängt 2020 mit dem Bau einer überflüssigen Musikschule an, in dessen Energiekonzept obendrein weiterhin der fossile Energieträger Gas zum Zuge kommt.

Fazit: Vor diesem Hintergrund ist das geplante und beauftragte Energiekonzept der neuen Musikschule nach Auffassung der ÖDP skandalös, ist die o. g. Kostenaussage des Herrn Holzrichter falsch: die Gesamtkosten aus Investitions-, Betriebs- und Folgekosten über die gesamte Nutzungsdauer durch den Einsatz von Photovoltaik und Solarthermie sind nicht nur geringer, sondern führen zu einem Gewinn und - was noch wichtiger ist - sie mindern den C02 Ausstoß.

Sind die Klimaschutzambitionen der Stadt Lüdenscheid lediglich Lippenbekenntnisse? Sollte vielleicht der Grundversorger, Enervie Vernetzt GmbH, bedient werden, an dem die Stadt Lüdenscheid mit einem Kapitalanteil von 24,12% der zweitgrößte Anteilseigner ist?
 
Der Ernst der Lage, nämlich die bereits einsetzende Klimakatastrophe und die damit verbundene beispiellose Zivilisationskrise, scheint bei Politikern in Lüdenscheid noch nicht angekommen, nicht bewusst zu sein. Zitat Prof. Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) im August 2020: "Wir müssen das Klimaproblem innerhalb der nächsten 30 Jahre lösen. In nur drei Jahrzehnten müssen wir die komplette Weltenergieversorgung umgebaut haben. Wir brauchen nicht weniger Emissionen, wir brauchen Null Emissionen. Null! Das ist etwas anderes als Emissionen verringern. Etwas fundamental anderes... Null Emissionen heißt, ich mache etwas anders."

Im Fall der neuen Musikschule: Das "ganz anders machen" geht nicht mehr. Aber: Selbst wenn, aufgrund der Haushaltssicherung Lüdenscheids, (unbegründet!) hohe Kosten maßgebend für das in Auftrag gegebene Energiekonzept waren, dann ist eine Veränderung des Energiekonzepts immer noch machbar, dringend geboten. Der Einsatz dezentral erzeugter Erneuerbarer Energien ein absolutes "MUSS". Als Bürgerbeteiligung, z. B. unter Mitwirkung der "Bürger-Energie Lüdenscheid eG" würde die Stadt Lüdenscheid "DIE" Gelegenheit schaffen, die Menschen für den Klimaschutz durch Finanzierung und Installation von Solarkollektoren mitzunehmen.
 
Claudius Bartsch
Ökologisch-Demokratische Partei
Kreisverband Märkischer Kreis

 

Bericht zur Podiumsdiskussion "Lüdenscheider Bürgermeister-Kandidaten im Klima-Check" auf come-on.de vom 9.09.2020

 


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